So ging es auch der 85qm-WG.
Recht frühzeitig hatten wir beschlossen, unseren Sommerurlaub dieses Jahr im lauschigen Ägypten zu verbringen.
Moderner Mensch der man ist, suchten wir uns für den entsprechenden Zeitraum ein nettes verträumtes Hotel zu einem sehr akzeptablen Preis im Internet heraus.
Ganz soooo modern ist man dann aber doch noch nicht und so entschlossen wir uns die Reise in einem Reisebüro zu buchen. Nachdem unser "Stammreisebüro" den Anbieter leider nicht führte, sahen wir uns nach etwas anderem um. Und wurden fündig.
Auf der Website des Anbieters waren verschiedenste Reisebüros aufgelistet mit denen er zusammen arbeitet. Unter anderem das von uns besuchte in der Zingster Str. 21... Schneiders Reisebüro...
Eine telefonische Rückfrage hatte ergeben, dass das Büro bis 18 Uhr geöffnet ist und so betraten wir Freitag gegen 17.30 Uhr den Ort des Geschehens.
Wir wurden mit freundlichen Worten begrüßt und nach unserem Begehren gefragt. Als ich sagte, dass wir eine Reise nach Ägypten mit dem Veranstalter ETI buchen wollten, fiel der jungen Dame auch gleich auf, dass ich heute auch schon mal angerufen hatte. Sehr schön, abgesehen von der Tatsache, dass wir, auch wenn wir noch nicht soooo alt sind, nicht gerne von vornherein geduzt werden. Hallo? Schon mal was davon gehört, das man Kunden nicht einfach Duzt!? Und schon gar nicht als Azubine?
Nach einem kurzen Wortwechsel bei dem wir unseren mitgebrachten Ausdruck vorlegten und klar den Wunsch äußerten, genau dieses Hotel bei genau diesem Anbieter zu buchen, schaute die junge Dame in ihrem PC nach und bot uns einige Anbieter an, die das Hotel führen. Zu einem deutlich höheren Preis als der von uns ausgesuchte Anbieter natürlich.
Nach einigen sprachlichen Schwierigkeiten, ETI ist NICHT GTI und "ach, ich wusste gar nicht, dass wir den Veranstalter führen", kamen wir doch endlich zum Kern der Sache.
Leider konnte sich unsere Beraterin nicht am entsprechenden Netzwerk oder was auch immer anmelden um die Reise direkt vor Ort für uns zu buchen. Aus diesem Grunde rief sie eine Freundin (wahrscheinlich auch Azubi) in einem anderen Reisebüro an... Nach einer kurzen Einleitung, mit "Ach noch nicht im Wochenende?" und "Ach naja, ist ja gleich soweit" war der Anruf dann einmal mehr von Verständigungsschwierigkeiten geprägt.
Ein Grand Hotel wird nunmal nicht als "Grant"-Hotel ausgesprochen und gewisse Grundkenntnisse in Englisch, kann ich bei einer angehenden Reiseverkehrsfrau doch wohl bitte vorraussetzen!?
Dummerweise hatte unser Ausdruck keine Kodierung der Zimmer und des Hotels. Aus diesem Grunde durften auch wir aktiv tätig werden und die vorhandenen Kataloge nach dem entsprechenden Hotel durchsuchen.
Irgendwann hatte die Freundin das Hotel dann doch gefunden und nach kurzer Rückfrage auch gebucht. Während wir auf das Fax der Freundin warteten, welches die Reise dann wirklich bestätigten sollte, merkte man schon, dass das Wochenende ja nun wirklich bald vor der Tür steht. Und nicht nur an den wiederholten Anmerkungen, dass das Wochenende ja nun bald da sei, nein auch daran dass der Arbeitsrechner mit einem schönen Klang schon mal vorging... Wohin? Na klar... Ins Wochenende...! HALLOOOOO?? Ich kann doch während der Arbeitszeit nicht schon mal alles ausmachen und schon gar nicht, wenn da noch Kunden sitzen!!
Das Fax kam dann irgendwann und uns wurden die einzelnen Punkte noch kurz erklärt. Auf die Frage was und ob man was beachten muss und ob für die Reise nach Ägypten ein Personalausweis ausreicht, wurde uns knapp bzw. mit dem Hinweis geantwortet, dass wir das ja auch im Internet nachlesen könnten. So nach dem Motto: "Merkt ihr nicht, dass bald Wochenende ist? Ich sag Euch das nun doch schon ständig. Nun unterschreibt den Wisch und macht Euch weg...!"
Auch die Frage nach einer Reiserücktrittsversicherung musste durch uns angeschnitten werden, wurde dann nur sehr kurz abgehandelt und danach, ohne wirklich Rücksprache zu halten, geschweige denn zu beraten oder über die Leistungen aufzuklären, durch die Freundin (wen denn auch sonst) dazugebucht. Natürlich unter den Bekundungen, dass nun wirklich gleich Wochenende ist...
Die Krönung war jedoch die Tatsache, dass das Fax mit der Reisebuchung natürlich unterschrieben werden musste. Ich setzte also mit schwungvoller Handschrift meinen Wilhelm irgendwo auf das Blatt und...
bekam genau dieses für meine Unterlagen ausgehändigt...
Junge Dame, haben Sie schon mal was davon gehört, dass sie ohne meine Unterschrift keinen wirklich rechtsverbindlichen Vertrag haben?!
Nach dem Versprechen uns am Samstag wegen der Reiserücktrittsversicherung anzurufen, wurden wir 2 Minuten vor 18 Uhr aus dem Büro rausgeworfen entlassen.
Draussen standen wir nun, mit dem Gefühl gerade rausgeworfen worden zu sein und Diana sagte die treffenden Worte zu dieser Buchung: "Da hätt ich im Laden auch ein Stück Käse kaufen können... Das wär genau das gleiche gewesen!" Kurze Überlegung ob wir nochmal reingehen und die ganze Buchung wieder stornieren, aber letztendlich haben wir das dann doch nicht getan.
Im Nachhinein ärgere ich mich sehr, dass ich vor meiner Unterschrift nicht doch gesagt habe, "ach weißt Du, ich glaub ich buche das doch lieber über das Netz" und wir mit einem freundlichen Lächeln gegangen wären. Aber das nächste Mal ist man klüger.
Immerhin kam der versprochene Anruf am Samstag, die Versichung kostet uns nun 25€ pro Person, nein das wurde uns vorher nicht mitgeteilt aber die ist ja auch schon gebucht, egal ob wir vielleicht nicht doch das andere Paket gewollt hätten oder vielleicht doch eine ordentliche Beratung!!
Es kann doch wohl nicht sein, dass ich mich als Kunde schuldig fühlen muss, dass ich kurz vor Ladenschluss noch ein bißchen Geld in die Kasse spülen will. Hey, ich gehe auch den ganzen Tag arbeiten und wenn ich mit meinen Kunden so umgehe würde, dann würde a) mein Chef mir richtig was husten und b) wären die Kunden ganz sicher nicht lange Kunde! Und da ist es mir egal, ob ich in 10 Minuten Feierabend habe. Es ist ja auch nicht so, dass wir nicht gewusst haben, was wir wollen. Ganz im Gegenteil.
Das einzige was wir erwartet hätten, wäre eine problemlose Buchung, möglichst direkt vor Ort, eine Beratung über die Absicherungen die nötig sind und das Gefühl zu bekommen, gerade den Jahresurlaub gebucht zu haben und sich darauf freuen zu können.
Und nicht, kurz vor 18 Uhr mehr oder weniger rausgeschmissen zu werden und das Gefühl zu haben, man störe nur den wohlverdienten Freitagabend.